Bericht des Vorstandes

Wirtschaftliche Entwicklung und Rahmenbedingungen

Im Jahr 2024 stand die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands weiterhin unter herausfordernden Vorzeichen. Internationale Krisen, strukturelle Schwächen und versäumte Transformationen belasteten nahezu alle Wirtschaftsbereiche spürbar.

Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmenspolitik dar.

Unternehmen im Belastungstest – schwache Konjunktur, sinkende Gewinne

Die Konjunktur hat sich 2024 weiter eingetrübt: Viele Unternehmen sahen sich mit zurückgehender Nachfrage, steigenden Kosten und wachsender Planungsunsicherheit konfrontiert. Das Bruttoinlandsprodukt sank um 0,2 Prozent. Im europäischen Vergleich rutschte Deutschland damit ans untere Ende der Rangliste.

Die Kombination aus dem anhaltenden Krieg in der Ukraine und innenpolitischen Unsicherheiten wirkte zusätzlich belastend. Die Folge: ein deutlicher Rückgang der Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 9,3 Prozent. Besonders Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und Ausrüstung wurden stark reduziert. Parallel dazu nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen spürbar zu – ein klares Signal für die schwache Gewinnentwicklung im produzierenden Gewerbe.

Ein strukturelles Risiko bleibt die zögerliche Transformation. Die Bundesrepublik hat erneut zentrale Chancen in der Mobilitäts- und Energiewende verpasst. Damit drohen langfristige Wettbewerbsnachteile in Schlüsselbranchen.

Exportzahlen sinken – internationale Handelsbeziehungen unter Druck

Auch außenwirtschaftlich zeigte sich die Lage angespannt. Der Export von Waren und Dienstleistungen ging um 0,8 Prozent zurück. Besonders stark war der Rückgang im Handel mit China – einem der wichtigsten Partner für die deutsche Wirtschaft.

Diese Schwäche spiegelte sich in der Industrieproduktion wider: Maschinenbau, Automobilbranche, Chemie- und Metallindustrie verzeichneten deutliche Rückgänge. Der internationale Wettbewerbsdruck – vor allem durch China – nimmt spürbar zu. Bei zentralen Industriebereichen wie Fahrzeugtechnik, Maschinenbau und chemischen Erzeugnissen gewinnt China weiter an Marktanteilen.

Die deutsche Exportwirtschaft steht damit vor der Aufgabe, ihre Position durch Innovation, neue Absatzmärkte und stabile Rahmenbedingungen neu zu festigen.

Verbraucher zwischen Entlastung und Zurückhaltung

Auf Verbraucherseite zeigten sich 2024 differenzierte Entwicklungen. Die Zahl der Erwerbstätigen blieb mit 46,1 Mio. hoch. Die Arbeitslosenquote stieg jedoch leicht auf 6 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Löhne im Durchschnitt um 5,3 Prozent – insbesondere durch starke Tarifabschlüsse.

Erfreulich: Die Inflation sank auf 2,2 Prozent im Jahresdurchschnitt. Zusammen mit dem Lohnplus ergab sich ein realer Einkommenszuwachs von 4,5 Prozent – ein seltener Lichtblick in einem ansonsten schwierigen Wirtschaftsjahr.

Gleichzeitig stiegen die Ausgaben in wichtigen Lebensbereichen: Wohnen, Wasser und Energie verteuerten sich leicht (+0,5 Prozent), Mobilitätskosten stiegen um 2,1 Prozent, Gesundheitskosten sogar um 2,8 Prozent. Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit wuchs die Sparneigung – die Sparquote erreichte ein Niveau wie zuletzt in den 1990er-Jahren.

Die jüngst in Kraft getretenen Zölle der US-amerikanischen Administration treffen Deutschland als exportorientierte Wirtschaft besonders hart. Gerade die Zölle auf Schlüsselbranchen wie Automobil- und Maschinenbau beeinträchtigen stark die Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt die starke Beeinträchtigung von globalen Lieferketten, die gleichfalls die Zulieferindustrie unter dieser Politik leiden lässt. Die konkreten Folgen bzw. das Bestehenbleiben der Zölle oder deren Höhe sind zurzeit nicht absehbar, doch ist zu vermuten, dass sinkende Exporte, hohe Unsicherheiten für Unternehmen und ein schwächeres Wachstum damit einhergehen. Mit einer neuen Ausrichtung, z. B. der Erschließung neuer Märkte, könnte sich Deutschland unabhängiger von den USA machen und somit die Auswirkungen auf den Markt dämpfen.

Die Lage der deutschen Grundstücks- und Wohnungswirtschaft

Die deutsche Grundstücks- und Wohnungswirtschaft war auch 2024 erheblich gefordert. Sie bleibt mit einem Anteil von rund 10 Prozent an der Bruttowertschöpfung zwar ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, steht jedoch vor gravierenden strukturellen Herausforderungen. Rund 504.000 Beschäftigte arbeiteten 2024 in dieser Branche – Tendenz erstmals rückläufig.

Ein hohes Zinsniveau, gestiegene Baukosten und komplexe regulatorische Anforderungen belasteten die Bauwirtschaft erheblich. Die gesamte Branche schrumpfte im Jahresverlauf um 3,8 Prozent. Besonders betroffen: der Wohnungsbau mit einem Rückgang von 5 Prozent bei den Bauinvestitionen.

Belastung durch hohe Preise und sinkende Auslastung

Trotz einer Entspannung der Preisentwicklung gegenüber den Vorjahren blieben die Baupreise auf einem hohen Niveau. Die Ursachen: hohe Energie- und Materialkosten, komplexe Vorgaben, anhaltende Lieferkettenprobleme und ein Rückgang der Kapazitätsauslastung.

Während die Auslastung in den Vorjahren bei bis zu 90 Prozent lag, sank sie 2024 auf unter 70 Prozent. Viele bauausführende Unternehmen melden eine unzureichende Auftragslage. Besonders betroffen ist das Ausbaugewerbe. Gleichzeitig wurde ein Beschäftigungsrückgang im Bauhauptgewerbe registriert – ein Trend mit potenziell negativen Folgen für den nachgelagerten Innenausbau.

Nicht nur der Neubau ist betroffen: Auch Bauleistungen im Bestand gingen spürbar zurück. Das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage sowie fehlende Kapazitäten führen zu einem weiteren Anstieg der Baupreise.

Zunehmende Unsicherheit für Investitionen

Bedingt durch steigende Energiepreise und staatliche Forderungen aufgrund der festgesetzten Klimaziele nahmen die energetischen Baumaßnahmen zu. Diese sorgten so für leichte Stabilisierungseffekte in der Baubranche und kompensierten teilweise die weggebrochenen Neubauinvestitionen. Insgesamt bleiben jedoch die Rahmenbedingungen schwierig. Ohne gezielte Förderung könnten sich Investitionen künftig noch stärker reduzieren.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist eine Trendwende frühestens 2026 zu erwarten – mit gedämpften Erwartungen angesichts des anhaltend hohen Wohnraumbedarfs.

Die Mietpreise steigen weiter: Laut Zensus 2022 liegt das durchschnittliche Mietniveau in Deutschland bei 7,28 Euro/Quadratmeter. Ohne ausreichende Neubautätigkeit und bei konstant hohen Baukosten ist mit einem weiteren Mietanstieg zu rechnen.

Trotz des dringenden Bedarfs an Wohnraum sind somit auch in den kommenden Jahren herausfordernde Zeiten für die Branche zu erwarten. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind gezielte Fördermaßnahmen und politische Rahmenbedingungen erforderlich, die den Wohnungsbau nachhaltig unterstützen.

Die wirtschaftliche Lage in Hamburg

Stabilität und Wachstum trotz Gegenwind

Trotz bundesweiter Krisensignale zeigt sich Hamburgs Wirtschaft 2024 widerstandsfähig. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal um 5,4 Prozent und real um 2,2 Prozent. Auch das Baugewerbe entwickelte sich im Gegensatz zum Bundestrend leicht positiv.

Die Zahl der Erwerbstätigen nahm weiter zu und erreichte 1.362.300 Personen. Gleichzeitig besteht weiterhin ein erheblicher Fachkräftebedarf – laut Hamburgischem WeltWirtschaftsInstitut fehlen rund 200.000 Fachkräfte in der Hansestadt.

Wachsende Stadt mit differenzierter Bevölkerungsentwicklung

Ende 2023 lebten etwa 1,85 Mio. Menschen in Hamburg, davon 42 Prozent mit Geburtsort in der Stadt. Die Einwohnerzahl wächst weiter. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 erstmals die Marke von zwei Mio. erreicht wird.

Besonders junge Erwachsene von 18 bis 29 Jahren zieht es für ihr Studium, ihre Ausbildung oder ihren Berufseinstieg in die Stadt – ihr Anteil liegt bei 15,7 Prozent. Der Anteil der über 50-Jährigen liegt bei 37,7 Prozent. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 42 Jahre – deutlich jünger als im Bundesschnitt (44,6 Jahre). Gleichzeitig zeigt sich ein gegensätzlicher Trend bei jungen Familien: Sie weichen zunehmend ins Umland aus – auf der Suche nach mehr Wohnfläche und niedrigeren Preisen.

Aktuell sind 54,9 Prozent der 1,1 Mio. Haushalte in Hamburg Singlehaushalte. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person liegt bei 38,8 Quadratmetern.

Immobilienmarkt: Preiskorrektur bei anhaltend hoher Nachfrage

Nach Jahren starker Preissteigerungen erlebte der Hamburger Immobilienmarkt in den vergangenen zwei Jahren eine deutliche Korrektur: Die Preise für Mehrfamilienhäuser sanken um rund 23 Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag bei rund 3.150 Euro – das entspricht dem 23,5-Fachen der Jahresnettokaltmiete.

Trotz des Preisrückgangs bleibt die Nachfrage nach Immobilien in Hamburg hoch, insbesondere in zentralen Lagen. Der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum ist groß und fördert politische Diskussionen.

Wohnungspolitik: Bündnis für das Wohnen zeigt Wirkung – aber Ziel verfehlt

Das Bündnis für das Wohnen in Hamburg, das seit 2011 zwischen dem Senat und der Immobilienwirtschaft besteht, verfolgt das Ziel einer sozialverträglichen Erhöhung der Neubauaktivitäten. 2024 wurden 6.710 neue Wohnungen genehmigt – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr, jedoch erneut unter dem angestrebten Ziel von 10.000.

Hohe Fremdfinanzierungskosten, gestiegene Baupreise, aufwändige Genehmigungsverfahren sowie die ausschließliche Vergabe öffentlicher Grundstücke im Erbbaurecht erschweren eine stärkere Bautätigkeit.

Trotzdem bleibt Hamburgs Attraktivität als Wohn- und Arbeitsstandort ungebrochen – ein positiver Wanderungssaldo unterstreicht die Perspektive der „wachsenden Stadt“ und bildet eine gute Wirtschaftsgrundlage für Wohnungsunternehmen wie die HBH.

Unternehmenspolitik – Verantwortung und Weitblick

Transformation als Daueraufgabe

Die Wohnungswirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Themen wie Energiesparen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung prägen das Wohnen und verändern die Anforderungen an Wohnungsunternehmen grundlegend.


Die Hanseatische Baugenossenschaft Hamburg hat sich frühzeitig auf diesen Wandel eingestellt und gestaltet ihn aktiv mit. Unser Handeln ist dabei geprägt von einem klaren Ziel: sozialen, bezahlbaren und klimagerechten Wohnraum für unsere Mitglieder zu schaffen und zu sichern.

Klimapfad und Investitionsstrategie

Bereits seit den 1990er-Jahren modernisieren wir unseren Wohnungsbestand kontinuierlich und energetisch. Die Reduktion von CO₂-Emissionen ist für uns ein zentrales Anliegen. Auf der Grundlage unseres Investionsfahrplanes, der in engem Zusammenhang mit der jährlich für die Genossenschaft erstellten CO₂-Bilanz steht, steuern wir unseren Weg in die Klimaneutralität bis 2045.

Eine mögliche Vorverlegung dieses Ziels auf 2040 – wie sie in Hamburg politisch diskutiert wird – sehen wir aus Unternehmenssicht kritisch. Zwar unterstützen wir grundsätzlich die klimapolitischen Zielsetzungen, doch warnen wir vor steigenden Kosten, die insbesondere die Bezahlbarkeit von Wohnraum gefährden könnten.

Soziale Verantwortung und Mitgliederbeteiligung

Als Genossenschaft ist es uns wichtig, unsere Mitglieder frühzeitig in geplante Maßnahmen einzubeziehen. Diese Beteiligung schafft nicht nur Vertrauen, sondern verbessert auch die Planbarkeit und Akzeptanz baulicher Maßnahmen.


Unser Mietenkonzept trägt aktiv zur Vermeidung von Gentrifizierung bei: Auch nach einer umfassenden Modernisierung sollen Bestandsmieter ihre Wohnung weiterhin bezahlen können. Dies gelingt durch eine gezielte Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel – insbesondere durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).


Zusätzlich engagieren wir uns für ein solidarisches Miteinander in den Quartieren. Dazu gehören die Kooperation mit dem Verein „Freunde alter Menschen e. V.“ zur Bekämpfung von Einsamkeit im Alter sowie der Einsatz des Concierge-Services, der älteren Mitgliedern bei alltäglichen Herausforderungen hilft.

INVESTITIONEN 2024

Investitionssumme 2024 Finanzierung 2024
Fremdkapital Eigenkapital
Neubau 11.591 T€ 6.898 T€ 4.693 T€
Modernisierung 3.018 T€ 2.960 T€ 58 T€
Investitionen in das Anlagevermögen 14.609 T€ 9.858 T€ 4.751 T€
Instandhaltung 14.613 T€ 0 T€ 14.613 T€
Gesamt 29.222 T€ 9.858 T€ 19.364 T€

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Investitionstätigkeit 2024

Auch die Förderung junger Menschen ist uns ein Anliegen: Mit gezielten Angeboten zur Jugendarbeit und Sozialarbeit stärken wir das generationenübergreifende Miteinander in unseren Wohnanlagen.

Mit dieser Haltung – zwischen ökologischer Verantwortung, wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Verpflichtung – positionieren wir uns als verantwortungsvoller und zukunftsfähiger Akteur im Hamburger Wohnungsmarkt.

Investitionen – Nachhaltigkeit und Lebensqualität im Fokus

Strategische Ausrichtung der Investitionen

Unsere Investitionen folgen konsequent unserer Klimastrategie:
Im Jahr 2024 entfielen rund 40 Prozent der Mittel auf den Neubau, 50 Prozent auf die Instandhaltung des Wohnungsbestandes und 10 Prozent auf energetische Modernisierungen.

Instandhaltung bleibt Priorität

Auch 2024 haben wir umfangreich in die Instandhaltung investiert. Neben energetischen Sanierungen umfassten die Maßnahmen:

  • Hydraulischen Abgleich bei gasversorgten Gebäuden
  • Erneuerung von Aufzugsanlagen
  • E-Check und malermäßige Instandsetzungen bei Wohnungswechsel

 

Steigende Lohn- und Materialkosten stellen dabei eine Herausforderung dar – sowohl für Neubauten als auch für die Erhaltung des Bestandes. Dennoch bleibt unser Anspruch bestehen: ein moderner und energieeffizienter Wohnungsbestand.

Instandhaltung 2024

Gewerk Investitionen
Dachdecker/Klempner 2.455,6 T€
Heizung 1.893,0 T€
Elektriker 1.532,5 T€
Aufzugsanlagen 1.511,9 T€
Maler 1.274,4 T€
Tischler 895,9 T€
Fliesenleger 686,4 T€
Fußboden 679,4 T€
Maurer/Betonsanierung/WDVS 626,9 T€
Außenanlagen 391,4 T€
Schlosserarbeiten 225,3 T€
Einzelwohnungssanierung und Küchen 189,5 T€
Weitere 1.063,9 T€
Zw.-summe Fremdkosten 13.426,1 T€
Verrechnete Kosten - Eigenleistungen 1.187,0 T€
Gesamt 14.613,1 T€

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Quartiersentwicklung und Modernisierungsprojekte

Investieren.
Erneuern.
Verantwortung zeigen.

Im Geschäftsjahr 2024 hat die HBH ihr Bekenntnis zu nachhaltiger Stadtentwicklung und sozialem Wohnungsbau erneut unter Beweis gestellt. In mehreren Hamburger Stadtteilen wurden gezielt Maßnahmen umgesetzt, die nicht nur den Wohnkomfort für unsere Mitglieder verbessern, sondern auch einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zur Erreichung unserer Klimaziele leisten.

Mit einem klaren Fokus auf Energieeffizienz, Barrierefreiheit und zukunftsfähige Wärmeversorgung wurden sowohl Neubauten als auch Bestandsobjekte entwickelt und modernisiert – mit innovativen Konzepten, bewährten Partnern und dem Anspruch, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu sichern.

Energetische Modernisierung 2024: 41 Wohnungen mit neuer gedämmter Gebäudehülle, neuen Balkonen, Fenstern und Photovoltaik.

Quartiersentwicklung und Modernisierungsprojekte

HAMBURG-BARMBEK-SÜD – Quartier Sentastraße/Ortrudstraße/Lohkoppelstraße

In diesem gewachsenen Wohnquartier realisiert die HBH seit 2020 ein mehrstufiges Neubau- und Modernisierungsprojekt mit 258 Wohnungen. Die Entwicklung verbindet sowohl geförderten als auch frei finanzierten Wohnraum mit zeitgemäßer Energieversorgung und schafft ein attraktives, genossenschaftlich geprägtes Wohnumfeld.


Der erste Bauabschnitt in der Sentastraße 15–21 und Lohkoppelstraße 67 wurde im Oktober 2024 pünktlich durch unseren zuverlässigen Partner – den Generalunternehmer August Prien GmbH – fertiggestellt.


Seit dem 16.10.2024 stehen 57 öffentlich geförderte Wohnungen im 1. Förderweg zur Verfügung. Die Gebäude verfügen über eine Photovoltaikanlage zur Nutzung im Mieterstrommodell sowie über Fernwärmeanschlüsse für eine klimafreundliche Beheizung.


In der Tiefgarage stehen 21 Stellplätze bereit – zum Teil bereits mit Wallboxen für E-Mobilität ausgestattet.


Die Investitionskosten lagen nach Abzug von Baukostenzuschüssen bei rund 16,5 Mio. Euro – 14,1 Mio. Euro davon wurden über Förderdarlehen der IFB Hamburg und der KfW finanziert.


Für Bewohnerinnen und Bewohner, die ihre Wohnung für das Neubauprojekt zur Verfügung gestellt haben, wurden besondere Rückzugsmöglichkeiten geschaffen.


Anfang 2025 begann der Abriss des Altbaus Sentastraße 7–11 – an dessen Stelle bis Sommer 2026 ein Neubau mit 37 öffentlich geförderten Wohnungen entsteht.

Davon sind 29 Wohnungen barrierereduziert geplant – die Ausstattung entspricht dem ersten Bauabschnitt und beinhaltet ebenfalls eine Photovoltaikanlage für Mieterstrom.


Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 13,0 Mio. Euro – finanziert über ein Förderdarlehen der IFB Hamburg.


Zusätzlich entsteht direkt neben dem neugebauten Gebäude ein neues Hausverwalterbüro – als zentrale Anlaufstelle im Quartier und gleichzeitig ein moderner Arbeitsplatz für unseren Hausverwalter.


Ebenfalls mit Jahresbeginn 2025 startet der letzte Modernisierungsabschnitt in der Sentastraße 1–5 – mit der vollständigen Sanierung von 28 frei finanzierten Wohnungen.


Die energetische Optimierung umfasst aktuelle Bau- und Energiestandards sowie die Installation einer weiteren Photovoltaikanlage mit Direkteinspeisung. Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,7 Mio. Euro – davon rund 2,4 Mio. Euro über ein KfW-Darlehen finanziert.

Im Jahr 2024 wurden zwei miteinander verbundene Gebäude an der Vogelweide und der Wohldorfer Straße energetisch modernisiert. Die Maßnahmen dienten dazu, die Wohnqualität für die Mieterinnen und Mieter spürbar zu verbessern, die laufenden Betriebskosten zu reduzieren und zugleich die Klimaziele der Genossenschaft weiter voranzubringen.

Seit März 2024 wurden in den Gebäuden Vogelweide 21a + b sowie Wohldorfer Straße 24–28 insgesamt 41 Wohnungen modernisiert.

Die Maßnahmen umfassten die Dämmung der Fassaden, den Austausch der Fenster und die vollständige Erneuerung der Dacheindeckungen.

Zusätzlich wurden größere Balkone angebaut – zur spürbaren Steigerung der Wohnqualität.

Mit den auf den Dächern installierten Photovoltaikanlagen unterstützen wir die Energiewende durch Direkteinspeisung in das Hamburger Stromversorgungsnetz.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,9 Mio. Euro – unter Einbindung von KfW-Fördermitteln.

Vogelweide/Wohldorfer Straße:

41 Wohnungen modernisiert – neue Balkone, PV-Anlage und Dämmung verbessern Wohn- und Klimabilanz.

Start der energetischen Sanierung im Quartier Moorgrund: 48 Wohnungen werden modernisiert – Ziel: 60 Prozent weniger Energieverbrauch.

In Hamburg-Wandsbek starteten die Arbeiten, um in diesem Quartier einen großvolumigen Wohnkomplex mit insgesamt 192 Wohnungen umfassend energetisch zu modernisieren. Die Maßnahme zielt direkt auf die Umsetzung der HBH-Klimastrategie und die nachhaltige Senkung der Energieverbräuche ab und wird voraussichtlich bis Ende 2029 dauern.

Seit April 2024 wurden die ersten 24 von 48 Wohnungen energetisch optimiert – mit Dämmung der Gebäudehülle, neuen Fenstern und Heizungsmodernisierung. Mit dem zweiten Teil dieses ersten Bauabschnitts werden seit dem Frühjahr 2025 die restlichen 24 Wohnungen modernisiert.

In vielen Einheiten wurden zusätzlich neue Heizkörper installiert – zur weiteren Steigerung der Effizienz. Ziel ist eine Energieeinsparung von bis zu 60 Prozent nach Abschluss der Maßnahme. Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnittes betragen rund 3,6 Mio. Euro – finanziert durch ein zinsgünstiges KfW-Darlehen in Höhe von etwa 2,8 Mio. Euro.

In Hamburg-Rahlstedt setzen wir erstmals auf eine alternative Heizlösung – den Einbau von Wärmepumpen. Das Objekt mit 18 Wohnungen wird damit für uns zum Pilotprojekt für nachhaltige Wärmetechnik. Da der Einsatz von Wärmepumpen seit Jahren, auch im Bereich von Mehrfamilienhäusern, etabliert ist, können wir mit diesem Projekt nützliche Erfahrungen für zukünftige Maßnahmen sammeln.

Die bestehende Gasheizung wird stückweise vollständig durch moderne Wärmepumpen ersetzt. Eine Fernwärmeanbindung ist vor Ort leider aufgrund des Objektstandortes nicht möglich.

Neben einer Photovaltaikanlage mit Batteriespeicher, welche die Wärmeerzeugung unterstützt, sind weitere energetische Arbeiten, wie das Dämmen von Gebäudehülle und Dach sowie der Einbau von neuen wärmedämmenden Fenstern erforderlich. Der Baustart erfolgte im Frühjahr 2025 – die Fertigstellung ist für Ende 2025 vorgesehen.

Das Investitionsvolumen beträgt rund 2,9 Mio. Euro – finanziert mit rund 1,3 Mio. Euro über ein KfW-Darlehen.

Mietenentwicklung und Erträge – verantwortungsvoll und marktgerecht

Stabile Nachfrage trifft auf verantwortungsbewusste Mietenpolitik

Die Nachfrage nach Wohnraum in der Metropolregion Hamburg bleibt weiterhin hoch. Diese stabile Marktlage bildet die Grundlage für eine verlässliche wirtschaftliche Entwicklung der HBH. Für uns ist es wichtig, unsere Unternehmenspolitik ohne überzogene Mietsteigerungen zu gestalten, wobei auch wir uns den Marktentwicklungen nicht entziehen können.

Die durchschnittliche Angebotsmiete in Hamburg lag im dritten Quartal 2024 bei 13,67 Euro/Quadratmeter und stieg gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres um rd. 0,93 Euro/Quadratmeter Wohnfläche. Im Vergleich dazu betrug die bei der HBH bei Neuvermietungen im Jahr 2024 zu zahlende Durchschnittsmiete lediglich 7,63 Euro/Quadratmeter – das liegt rund 44 Prozent unter dem Hamburger Marktdurchschnitt.

Im Vorjahr lag diese noch bei 7,73 Euro/Quadratmeter Wohnfläche und sank im Geschäftsjahr durch den Zugang von 57 öffentlich geförderten Wohnungen um 0,10 Euro/Quadratmeter Wohnfläche.

Langfristige Dämpfungseffekte durch Genossenschaftsmieten

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung verdeutlicht den dämpfenden Einfluss der Genossenschaft auf den Mietmarkt:

  • Durchschnittliche HBH-Miete: 7,23 Euro/Quadratmeter (inkl. Altverträge)
  • Durchschnittlicher Mietertrag unter Berücksichtigung von Mietzuschüssen der IFB: 7,24 Euro/Quadratmeter
  • Mietsteigerung bei der HBH (10-Jahres-Durchschnitt): 1,87 Prozent pro Jahr
  • Vergleichbare Inflationsrate im selben Zeitraum: 2,05 Prozent

 

Diese Zahlen unterstreichen, dass die HBH seit Jahren eine sozial ausgewogene und marktberuhigende Mietenpolitik verfolgt.

Entwicklung der Betriebskosten – leichte Entspannung

Die Vorauszahlungen für Betriebskosten gingen im Jahresverlauf leicht zurück. Gründe hierfür sind unter anderem:

  • Der Wegfall der Gebühr für das Kabelfernsehen im Sammelinkassoverfahren seit dem 01.07.2024
  • Leicht gesunkene Heizkostenvorauszahlungen im Vergleich zum Vorjahr

 

Trotzdem machen Betriebs- und Heizkosten weiterhin rund ein Drittel der Gesamtmiete aus.

DURCHSCHNITTLICHE NUTZUNGSGEBÜHR UND NEBENKOSTEN ZUM JAHRESENDE

je m2 monatlich (Wohnungen)

2024 2023 2022 2021 2020
Nutzungsgebühr 7,23 € 7,04 € 6,87 € 6,75 € 6,57 €
Vorauszahlung Betriebskosten 1,61 € 1,69 € 1,45 € 1,39 € 1,36 €
Vorauszahlung Heizkosten 1,47 € 1,50 € 1,71 € 0,93 € 0,85 €
Vorauszahlung Be- und Entwässerung 0,49 € 0,48 € 0,51 € 0,50 € 0,49 €
GESAMT 10,80 € 10,71 € 10,54 € 9,57 € 9,27 €

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ERTRÄGE AUS NUTZUNGSGEBÜHREN

in Euro je m2 monatlich

ANTEILE AN DEN MIETEINNAHMEN

in Euro pro m2 Wohn- und Nutzfläche monatlich

Erlösschmälerungen durch Vorhalten von Ersatzwohnungen – kein Leerstand

Im Rahmen der Quartiersentwicklungen müssen Wohnungen temporär leergezogen werden. Für unsere Mitglieder, die ihre Wohnung für solche Maßnahmen zur Verfügung stellen, halten wir Ersatzwohnungen frei – abhängig vom Baufortschritt führt diese Verfahrensweise dann zu gewissen Erlösschmälerungen. Ein struktureller Leerstand ist bei der HBH nicht vorhanden und wird auch aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage für die Zukunft nicht erwartet.

Sinkende freie Mittel – steigende Anforderungen

Die frei verfügbaren Mittel aus den Mieteinnahmen sind im Berichtsjahr gesunken. Hauptursachen sind:

  • Erhöhter Instandhaltungsaufwand durch gesetzliche Vorgaben
  • Allgemeine Baukostensteigerungen (Material, Löhne, Energie)


Auch unter diesen Bedingungen bleibt es unser Ziel, eine verlässliche und bezahlbare Mietenpolitik zu betreiben – im Sinne unserer Mitglieder und unserer genossenschaftlichen Verantwortung.

Steuerbilanz

Als partiell steuerpflichtiges Wohnungsunternehmen unterliegt die Hanseatische Baugenossenschaft Hamburg mit ihren Nichtmitgliedergeschäften der Steuerpflicht.

Zu diesen steuerpflichtigen Geschäften zählt insbesondere die Vermietung von Gewerbeeinheiten, Wohneinheiten und Garagen. Der Anteil dieser Geschäfte belief sich im Jahr 2022 auf rund 1,9 Prozent.

Für das Jahr 2022 wurde die Steuerbilanz beim Finanzamt eingereicht, die endgültige Festsetzung steht jedoch noch aus.

Personalentwicklung – Zukunft gestalten durch Qualifikation

Kompetenz sichert Qualität

Die Kompetenz und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das Fundament für den langfristigen Erfolg der Genossenschaft. Vor dem Hintergrund einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt, insbesondere durch die Digitalisierung, setzen wir verstärkt auf individuelle Förderung und gezielte Weiterbildungsmaßnahmen.

Ein vielfältiges Angebot – von fachlichen Schulungen über Führungskräftetrainings bis zu berufsbegleitenden Studiengängen – ermöglicht die kontinuierliche Qualifizierung unseres Teams.

Attraktive Rahmenbedingungen und neue Arbeitsformen

Wir fördern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und bieten moderne, flexible Arbeitsmodelle. Die Vertrauensarbeitszeit in Kombination mit mobilem Arbeiten ist dabei ein zentrales Element. Sie erlaubt es, auf wechselnde Anforderungen flexibel zu reagieren, und steigert gleichzeitig die Attraktivität des Arbeitsplatzes.

Die HBH als Ausbildungsbetrieb

Angesichts des Fachkräftemangels setzt die HBH gezielt auf Nachwuchsförderung:

  • Ende 2024 waren vier Auszubildende in der Ausbildung zur/zum Immobilienkauffrau/-mann beschäftigt.
  • Im Februar 2025 begann eine weitere Auszubildende ihre Laufbahn bei uns.
  • Eine Absolventin wurde nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung im Januar 2025 in das Rechnungswesen übernommen.



Die Qualität der Ausbildung sichern wir durch enge Zusammenarbeit mit der Handelskammer und den Berufsschulen. Zusätzlich beteiligt sich die HBH aktiv an Berufs- und Studienorientierungsformaten und bietet regelmäßig Schülerpraktika an. Wir waren beispielsweise im Februar 2025 erneut zu Gast in einer Stadtteilschule und stellten interessierten Schülerinnen und Schülern den immobilienwirtschaftlichen Ausbildungsberuf und die Vorzüge genossenschaftlichen Wohnens vor – mit durchweg positiver Resonanz.

Vorausschauende Personalplanung

Auch in Hinblick auf altersbedingte Abgänge verfolgt die HBH eine weitsichtige Personalplanung. Für ausscheidende Mitarbeitende wurden frühzeitig geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger gefunden.

Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand getreten sind, für ihren Einsatz und wünschen ihnen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Ausblick – Stabilität in bewegten Zeiten

Herausforderungen gemeinsam angehen

Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft stehen weiterhin vor großen Aufgaben: hohe Baukosten, Fachkräftemangel, komplexe Regulierungen und ambitionierte Klimaziele. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum hoch – insbesondere in urbanen Räumen wie Hamburg.

Die HBH sieht sich angesichts dieser Rahmenbedingungen gut aufgestellt. Als sozial orientierte Wohnungsbaugenossenschaft verfügen wir über eine starke Mitgliederbasis, einen klaren strategischen Kurs und verlässliche Partner.

Wohnen bleibt politische Kernfrage

Das Thema Wohnen steht im Zentrum gesellschaftlicher und politischer Diskussionen. Dabei geht es nicht nur um Mietendeckel oder Förderprogramme, sondern auch um die grundlegende Frage: Wie schaffen wir lebenswerten, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum für alle Generationen?

In Hamburg kommt hinzu: Die Forderung, das Klimaziel der CO₂-Neutralität auf 2040 vorzuziehen, und neue stadtpolitische Zielsetzungen erhöhen den Druck auf die Branche. Gleichzeitig erschweren Zielkonflikte – etwa zwischen landesweiten Vorgaben und der Genehmigungspraxis in den Bezirken – die Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Wir bekennen uns ausdrücklich zu den Klimaschutzzielen, fordern jedoch eine pragmatische Ausgestaltung der Rahmenbedingungen. Klimaschutz und Bezahlbarkeit müssen gemeinsam gedacht werden.

Verlässlichkeit, Innovation und Dialog

Wir setzen auch in Zukunft auf:

  • Die konsequente Umsetzung unserer Klimastrategie mit Fokus auf Energieeffizienz, Photovoltaik und Gebäudekonnektivität
  • Den bedarfsorientierten Ausbau der E-Mobilitätsinfrastruktur
    in unseren Quartieren
  • Die Digitalisierung unserer Prozesse zur Effizienzsteigerung und Mitgliederorientierung
  • Eine vorausschauende Personalpolitik mit attraktiven Arbeitsbedingungen

 

Entscheidend bleibt der partnerschaftliche Dialog mit Politik, Verwaltung und Verbänden. Die Schaffung neuen Wohnraums und eine sozialverträgliche Wohnungspolitik funktionieren nur mit verlässlichen und kompromissbereiten Partnern. Wir werden diesen Weg aktiv mitgestalten – im Sinne unserer Mitglieder und im Interesse einer sozialen und nachhaltigen Stadtentwicklung.

Unser herzlicher Dank gilt allen Gremienmitgliedern, Mitarbeitenden, Geschäftspartnern sowie der Stadt Hamburg für ihr Engagement, ihre Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen im vergangenen Jahr. Gemeinsam gehen wir den eingeschlagenen Weg weiter – mit klarer Haltung und dem festen Willen, auch in Zukunft lebenswerten Wohnraum und lebendige Quartiere für viele Menschen zu gestalten. Wir freuen uns auf neue, erfolgreiche Projekte und blicken mit Zuversicht in die Zukunft.

Hamburg, den 8. April 2025

DER VORSTAND

Hanseatische Baugenossenschaft Hamburg eG

Daniel Kirsch

Alexander Schubert